BETWEEN WORLDS
Debüt-Arthouse-Dokumentation von Jan E. Siebert über Luftakrobatik, Vertrauen und Fallhöhe
Festival Release 2027
Jan E. siebert
Wenn der Körper fliegt, spricht die Wahrheit.
Im Showbusiness sieht alles mühelos aus: das Lächeln sitzt, die Pose ist exakt, der Applaus kommt pünktlich. Between Worlds geht dahin, wo diese Perfektion aufhört zu funktionieren – und wo Kunst erst anfängt.
Between Worlds ist das Regie-Debüt von Jan E. Siebert und ein visuell komponiertes Arthouse-Porträt über zwei Luftakrobaten, die nicht „performen“, sondern erzählen: Aïssatou Casas aus Barcelona und Oskar Mauricio Venux aus Kolumbien. Der Film begleitet sie in München – im Training, in Übergängen, in Momenten, die normalerweise unsichtbar bleiben. Dort, wo nicht mehr das Bühnenbild spricht, sondern der Körper. Wo man nicht erklärt, warum man fliegt – sondern es spürt.
Im Zentrum steht eine Frage, die selten laut gestellt wird: Warum fliegt man ohne Netz?
Nicht als Gimmick. Nicht als Risiko-Kick. Sondern als Haltung. Als Entscheidung. Als Kunst.
Aïssatou hängt an den Haaren, schwebt in der Höhe, als wäre Schmerz eine still erlernte Sprache. Oskar arbeitet mit Mundstück, Kontrolle und Atem – und wird zur Spannungslinie zwischen Kraft und Präzision. Seine Arbeit zählt zu den außergewöhnlichsten Handschriften der internationalen Luftakrobatik: kompromisslos, technisch brillant, beängstigend ruhig. Between Worlds zeigt dabei nicht nur das „Wie“, sondern das „Wofür“: die Disziplin hinter dem Glanz, die Gefahr hinter der Eleganz, die Schönheit, die erst entsteht, wenn nichts mehr abgesichert ist.
Visuell bewegt sich der Film wie ein Editorial: Spiegel, Licht und Raum erzeugen ein Labyrinth aus Reflexionen, in dem jede Bewegung eine neue Bedeutung bekommt. Nicht laut, nicht erklärend – sondern nah. Ein Film über Vertrauen zwischen zwei Menschen, über Fallhöhe als Realität, über Kontrolle als Illusion. Und über die seltene Kraft, im perfekten Showbusiness einen Moment zuzulassen, der nicht perfekt sein muss.
Komponiert wird Between Worlds von Stumbled Across™ – eine Musik, die nicht „untermalt“, sondern trägt: pulsierend, intim, mit Kanten. Begleitet wird der Film außerdem von der Stimme der Opernsängerin Nicole Tschaikin: wie ein feiner Faden aus Atem und Emotion, der sich durch die Bilder zieht und ihnen eine zusätzliche Tiefe gibt, ohne sie zu erklären.
Between Worlds ist ein Film über Luftakrobatik – und über das Menschliche darunter: Mut, Verletzlichkeit, Disziplin. Über das Schöne, das gefährlich ist. Und über die Wahrheit, die nur dort auftaucht, wo kein Netz hängt.
erste Einblicke: OSKAR IM SPIEGELRAUM
Als Regie ging es mir bei Oskar darum, ihn nicht in einem „Zirkusmoment“ zu zeigen, sondern in einem Bild, das seine Präsenz übersetzt. Deshalb haben wir den Spiegelraum gebaut: ein kontrollierter, künstlicher Kosmos, in dem jede Bewegung sofort zurückkommt. Spiegel verdoppeln nicht nur, sie entlarven auch. Du kannst dich nicht verstecken, du bist überall gleichzeitig. Genau dieses Gefühl passt zu Oskars Arbeit: absolute Präzision, Fokus, Kontrolle bis in den Atem. Wir haben ihn bewusst in ein Bühnenoutfit gesetzt, das es so nur für diesen Dreh gibt.
Nicht als Kostüm, sondern als zweite Haut. Dazu Make-up und Maske, die wir wie eine eigene Erzählung behandelt haben. Fünf bis sechs Stunden Vorbereitung für Sekunden, die später wie „einfach passiert“ wirken. Ich liebe genau diesen Widerspruch: Ein Moment, der leicht aussieht, aber brutal viel Arbeit kostet. Im Film ist diese Szene ein erster Einstieg in die Sprache von Between Worlds: Licht, Reflexion, Spannung – und dieses leise Vorher, bevor man loslässt.
erste Einblicke:
AÏSSATOU, LICHT AUF HAUT & FREI
Bei Aïssatou war mein Regie-Impuls: Nicht erklären, sondern verdichten. Sie hat eine Art stille Autorität, die man nicht durch große Gesten bekommt, sondern durch Haltung. Im Spiegelraum wird das radikal sichtbar. Jede Linie, jede Mikro-Bewegung, jede Pause bekommt Gewicht. Wir haben auch sie in ein einmaliges Bühnenoutfit gesteckt, eine eigene Silhouette, die im Licht „greift“ und gleichzeitig etwas Unnahbares hat. Die Maske war dabei keine Verzierung, sondern ein Statement: Identität, Transformation, Schutz, Kunstfigur.
Dass Make-up und Maske 5–6 Stunden dauern, ist nicht „behind the scenes“, das ist Teil des Films. Weil es zeigt, wie Showbusiness funktioniert: außen Perfektion, innen Prozess. Ich wollte, dass man diese Arbeit spürt – nicht als Dokumentation von Handgriffen, sondern als Spannung im Bild. Aïssatou steht hier nicht einfach im Set. Sie steht in einem Raum, den wir gebaut haben, um eine Wahrheit sichtbar zu machen: Schönheit ist nicht weich. Schönheit ist Entscheidung. Und manchmal auch Risiko.
TEASER CLIP — DIE ERSTEN 20 SEKUNDEN
OSKAR — COUTURE IN DER SCHWERKRAFT
Ein Look wie ein klares „Nein“ zur Normalität. Überzeichnet, messerscharf, gefährlich schön. Für Between Worlds haben wir Oskar nicht einfach angezogen – wir haben eine Figur konstruiert, die den Raum übernimmt, bevor sie überhaupt den ersten Schritt macht. Ein einmaliges Bühnen-Outfit, das nicht dekoriert, sondern erzählt.
Dazu eine Maske, die nicht versteckt, sondern verdichtet: Glamour als Rüstung, Präzision als Haltung. Und ja, das kostet Zeit. Fünf bis sechs Stunden Make-up und Maske, Schicht für Schicht, bis aus einem Menschen eine Erscheinung wird. Genau das ist die Pointe: Der fertige Moment wirkt später wie ein Wimpernschlag, aber er ist das Ergebnis von Geduld, Handwerk und absoluter Entscheidung. Wie im Showbusiness selbst: außen Perfektion, innen Prozess.
Der Spiegelraum war dabei keine Kulisse, sondern Regie-Tool. Wir haben ihn gebaut, weil ich Oskar nicht „im Set“ zeigen wollte, sondern in einem System aus Reflexionen, das ihn vervielfacht und gleichzeitig entblößt. Spiegel sind brutal ehrlich: Sie geben dir nichts geschenkt. Jede Linie zählt, jeder Atemzug zeichnet sich ab. Licht wird zum Schnitt, Raum wird zur Dramaturgie, der Körper zur Erzählung. Oskar steht im Zentrum wie ein Mythos, der sich in tausend Splittern spiegelt – nicht als Show-Nummer, sondern als Statement. Kontrolle, Glamour, Fallhöhe. Und dahinter diese leise Frage, die der Film immer wieder stellt: Was bleibt übrig, wenn die Figur perfekt ist – und der Mensch trotzdem wahr bleibt? Ein erster Einblick in Between Worlds. Dort, wo Perfektion glänzt. Und die Wahrheit trotzdem durchscheint.
CREDITS. THE PEOPLE WHO BUILT THE FLIGHT.
Regie: Jan E. Siebert
Protagonisten: Aïssatou Casas, Oskar Mauricio Venux
Musik / Filmkomposition: Stumbled Across™
Mit Stimme von: Nicole Tschaikin
Kamera: Venga Production - Lewis May & Vadim Galitsin
Schnitt: Lewis May & Jan E. Siebert
AD: Lynnah & Ambre Faye
Interview: Julian (Mental Sixpack)
Ergänzt wird der Film durch zwei Überraschungsgäste, die zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht bekanntgegeben werden.






